In Anacapri, im herrlichen Rahmen der Villa San Michele, dem Hausmuseum des schwedischen Arztes und Schriftstellers Axel Munthe, fand am Donnerstag, den 20. August, um 19 Uhr eine besondere Veranstaltung zur Präsentation des Buches „Il capitalismo buono“ von Stefano Cingolani statt. Die Panoramaterrasse der Residenz Anacapri war der Schauplatz dieser exklusiven Veranstaltung, bei der der Autor von „Guter Kapitalismus“ … Warum der Markt uns retten wird‘ (Luiss University Press) trafen sich der Ökonom und Präsident der Assonime Innocenzo Cipolletta und der Präsident der LUISS Vincenzo Boccia.
Die Präsentation wurde von Manuela Liverzani von Antalya Sinergy moderiert, während Enzo Saturni einige Passagen aus dem Buch vorlas. Der Essay von Cingolani, einem angesehenen Autor auf dem Gebiet der Wirtschaft und der internationalen Beziehungen, schlug eine Analyse in Form einer journalistischen Untersuchung über die Transformation des Kapitalismus in ein zunehmend digitales, grünes und verantwortungsvolles System vor. „Die durch die Pandemie verursachte Krise hat die laufenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft nicht aufgehalten, sondern im Gegenteil beschleunigt“, sagte der Autor. Laut Cingolani handelte es sich um eine neue Art zu arbeiten, zu produzieren und zu konsumieren, eine wahre industrielle Revolution, die nicht von oben durch Regierungen oder autoritäre Mächte aufgezwungen wurde, sondern aus den Produktions- und Austauschbeziehungen bzw. dem Markt entstand. Von hier aus, erklärte er, sei auch der Anstoß gekommen, die Grenzen und Widersprüche des liberal-demokratischen Systems zu überwinden, das heute durch den Nationalpopulismus in Frage gestellt werde. Das Treffen in Anacapri bot die Gelegenheit, tiefer in das Konzept des Kapitalismus als „moderner Proteus“ einzutauchen, ein wirtschaftlich-soziales System, dessen Wesen in seiner kontinuierlichen Weiterentwicklung liegt. Die Veranstaltung war einer der Höhepunkte der Kultursaison der Villa San Michele unter der Leitung von Kristina Kappelin und wurde dank des Beitrags von Progetto Piano und der Schirmherrschaft der schwedischen Botschaft ermöglicht. Das Programm der Villa wurde mit der Revue „Il salotto della sfinge“ fortgesetzt, die Begegnungen zu den Themen Kino, Literatur und Kunst gewidmet war, sowie mit dem Konzert des Pianisten und Biologen Emiliano Toso, wodurch das kulturelle Angebot dieses eindrucksvollen Ortes in Anacapri weiter bereichert wurde.
